Metsähallitus und die Genehmigungsbehörde LVV halten den Plan von AA Sakatti Mining zum Ausgleich der Schäden am geschützten Moor Viiankiaapa für unzureichend.
Die Mine würde auf dem Moor in Sodankylä 12 geschützte Lebensraumtypen und Arten beeinträchtigen, vor allem durch das Absenken des Grundwassers. Ob das Vorhaben weiterverfolgt werden darf, entscheidet die finnische Regierung.
Zwei Behörden halten den Plan für unzureichend, mit dem die Schäden der Sakatti-Mine am Viiankiaapa, einem geschützten Aapa-Moor in Sodankylä, ausgeglichen werden sollen. Metsähallitus, das rund 95 Prozent des Schutzgebiets verwaltet, und die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde (LVV) gaben ihre Stellungnahmen am 2. Oktober 2026 beim finnischen Umweltministerium ab.
AA Sakatti Mining, eine Tochter des britischen Konzerns Anglo American, plant, aus einer Lagerstätte unter dem Viiankiaapa vor allem Kupfer und Nickel, aber auch Kobalt abzubauen. Nach Angaben der LVV würde die Mine 12 der Lebensraumtypen und Arten beeinträchtigen, zu deren Schutz das Gebiet ausgewiesen ist, vor allem durch das Absenken des Grundwassers. Auch Staub könnte die Qualität der Lebensräume mindern.
Das Viiankiaapa gehört zum Natura-2000-Netz der EU, und fast die gesamte Fläche ist zudem ein nationales Moorschutzgebiet. Unter Schutz stehen dort 13 Lebensraumtypen, 6 Pflanzen- und Tierarten und 28 Vogelarten. Für den Bau der Mine wäre eine Ausnahme vom Natura-Schutz nötig.
Ausgleich bedeutet, Flächen mit denselben Lebensraumtypen und Arten in das Natura-2000-Netz aufzunehmen, und zwar so, dass sie die Verluste nach Umfang und Qualität aufwiegen. Laut Metsähallitus lassen sich Lebensräume in hervorragendem Zustand nicht durch Flächen ersetzen, deren Zustand auch nach einer Renaturierung schlechter bleibt.
Am deutlichsten zeigt sich die Lücke beim Aapa-Moor. Der Plan zählt im Einflussbereich der Mine 401 Hektar Aapa-Moor, allesamt in hervorragendem Zustand. Nach Ansicht von Metsähallitus muss der gesamte Aapa-Moor-Komplex Sakattioja mit rund 1.000 Hektar ausgeglichen werden, weil sich nicht ausschließen lässt, dass sich sein hervorragender Zustand verschlechtert. Auf den Ausgleichsflächen gibt es kein Aapa-Moor in hervorragendem Zustand, und die renaturierten Moore dürften diesen Zustand innerhalb von 30 Jahren nicht erreichen.
Moor in hervorragendem Zustand: von der Mine betroffen und auf den Ausgleichsflächen
Beim Aapa-Moor gilt der Wert für den gesamten Komplex Sakattioja; der Plan selbst zählt 401 Hektar. Von den Ausgleichsflächen hat nur das Käppäläaapa kalkreiches Niedermoor in hervorragendem Zustand.
Metsähallitus hält den Plan außerdem für unfertig. Bei der Renaturierung gibt es Unsicherheiten, etwa bei den Nutzungsrechten an den Flächen und bei Gräben, die im Gelände noch nicht überprüft wurden. Als Ausgleich können nach Ansicht von Metsähallitus nur Maßnahmen gelten, deren Umsetzbarkeit gesichert ist.
Die LVV kam zum selben Schluss. Laut ihrer Oberinspektorin Riikka Juutinen könnten die Maßnahmen für drei der 12 Schutzgüter ausreichen: mineralreiche Quellen und Niedermoorquellen Fennoskandiens, Übergangs- und Schwingrasenmoore sowie den Lappländischen Hahnenfuß (Ranunculus lapponicus). Für die übrigen reichen die Maßnahmen entweder nicht aus oder lassen sich anhand des Plans nicht beurteilen.
„Die LVV hält die geplanten Maßnahmen zum Ausgleich der Beeinträchtigungen des Natura-2000-Netzes durch das Sakatti-Bergbauprojekt für einen Schritt in die richtige Richtung, aber für unzureichend, und der Plan muss in mehreren Punkten ergänzt werden“, sagt Mari Rajala, Leiterin der Naturschutzeinheit der LVV.
Der Plan hat auch Stärken. Metsähallitus begrüßt, dass die Ausgleichsflächen in unmittelbarer Nähe des Viiankiaapa liegen und mit ihm eine ökologische Einheit bilden würden, und lobt die umfangreichen Kartierungen, die dort im Gelände durchgeführt wurden.
Pertti Lamberg, Geschäftsführer von AA Sakatti Mining, sagte dem finnischen Rundfunk Yle, der Ausgleichsplan biete eine ausreichende Grundlage für eine Ausnahme vom Natura-Schutz.
„Wir werden die Stellungnahmen der LVV und von Metsähallitus nun sorgfältig durchgehen. Die wertvollen Rückmeldungen darin helfen, den Ausgleichsplan im weiteren Verlauf des Projekts zu ergänzen“, sagte Lamberg.
Über die Ausnahme und den Ausgleich entscheidet die finnische Regierung auf Grundlage einer Vorlage des Umweltministeriums. Den Antrag stellte der Regionalverband Lappland am 19. Mai 2026; er steht im Zusammenhang mit dem Regionalplan, den der Verband für die Sakatti-Mine ausarbeitet. Wird die Ausnahme gewährt, müssen die Beeinträchtigungen des Natura-2000-Netzes vollständig ausgeglichen werden, und die Regierung muss die Maßnahmen in ihrer Entscheidung festlegen.
Das Viiankiaapa gehört zu den repräsentativsten Aapa-Mooren in Sodankylä, und ein markierter Naturpfad führt hindurch. Der Ausgangspunkt liegt 25 Kilometer vom Ortszentrum Sodankyläs entfernt; auf den kleinen Parkplatz dort passen 3–4 Autos. Der Pfad ist 6,3 Kilometer lang und leicht, ein großer Teil verläuft auf Bohlenwegen: Eine Runde von etwa 4 Kilometern eignet sich für einen kurzen Tagesausflug, und ein etwa 1,9 Kilometer langer Abstecher führt zu einem Vogelbeobachtungsturm. Am See Viiankijärvi steht eine Kota, eine lappische Hütte, in der man Feuer machen und essen kann.